print & media Congress 2005 mit einer Zeitreise: Zukunft heute
„Visionär aber nicht abgehoben, zukunftsweisend aber nicht realitätsfremd“, so das Fazit, das die Besucher des 11. print & media Congress am 22. und 23. Juni 2005 in Düsseldorf gezogen haben. Der Kongress bot einen weiten Ausblick auf die Medienindustrie von morgen, befasste sich aber auch mit dem, was heute bereits Realität geworden ist. Moderiert wurde der 2-tägige Kongress von Bernd Zipper und Monika Kissing, die die rund 200 Teilnehmer souverän durch die verschiedenen Themenkomplexe führten. [ weiter... ]
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Mit vorausschweifendem Blick auf die drupa 2012 eröffnete Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG, den hochkarätig besetzten Kongress. In seiner Keynote prognostizierte er die technologischen Entwicklungen, die die Besucher der weltgrößten Druckfachmesse dann zu erwarten hätten. 800.000 Besucher, davon allerdings nur 200.000 in Düsseldorf vor Ort, die anderen 600.000 verfolgen die Messe im Internet, könnten sich ein Bild über die fortgeschrittene Automatisierung der Prozesskette Print machen.
Trendforscher Prof. Peter Wippermann sieht die neuen Medien auf dem Vormarsch. Das veränderte Lese- und Konsumverhalten werde sich drastischer auf die Printmedien auswirken. Eine mobile Gesellschaft werde zunehmend nach mobiler Kommunikation suchen. Laut Wippermann werde dabei die Qualität der Mediennutzung Vorrang haben vor der Quantität an Informationen. Das lasse Print wiederum hoffen.
Ebenfalls visionär war der Ausblick von Prof. Dr. Elgar Fleisch hinsichtlich der Entwicklung der RFID-Transponder-Technologie. Die manuelle und deshalb aufwändig und teure Erfassung von Daten sei der Grund dafür, dass eine Integration von realer und digitaler Welt heute noch zu selten stattfinde. RFID und verwandte Technologien würden diese Probleme lösen. Die Vision: „Die Objekte unseres täglichen Lebens werden mit kleinsten Rechnern und Sensoren ausgestattet, die Kommunikation mit ihnen wird möglich. Ein neues Paradigma in der Informationsverarbeitung steht bevor, nämlich neue Prozesse, Produkte und Dienstleistungen“, so der Referent.
Vereinfache dein Leben. Diese Botschaft richtete der bekannte Bestsellerautor Werner Tiki Küstenmacher an das Publikum und spielte darauf an, mehr Ordnung in das eigene Leben zu bringen, um so Platz für das Wesentliche im Beruf wie im Alltag zu machen.
Michael Adloff und Florian Süßl wagten im Dialog einen Blick auf die Qualitätssicherung der Prozesskette in 10 Jahren. Für sie ist das Problem der Inline-Messung dann genauso gelöst wie der automatische Workflow über alle Prozessstufen. Auch die Gerätesteuerung durch Befehle des Gehirns sei dann nicht mehr undenkbar.
Die Ink-Jet-Technologie mache große Fortschritte, so Prof. Arved Hübler, TU Chemnitz. Dort wo die Komplexität des Inhaltes größer werde, z.B. bei individueller Ausführung, gewinnt der digitale Druck an ökonomischen Vorteilen. Für eine wirkliche Konkurrenz zum Offsetdruck sei im Ink-Jet allerdings noch ein gewaltiger Technologiesprung nötig. Ink-Jet und Offsetdruck als hybride Anwendungen, wie z.B. bei Eindrucken, ergänzten sich dagegen schon heute.
Martin Balley, CIP4-Vorsitzender, sieht in der IT-gestützten Prozesssteuerung die Zukunft der Druckindustrie. Eine Entwicklung, die die Printproduktion noch rationeller und noch kostengünstiger machen könne. Hochwertig, kostengünstig und flexibel seien die Forderungen, die über den Markt entscheiden.
Der zweite Kongresstag startete wieder „bodenständig“. Axel Faber, Langebartels & Jürgens, ging auf die Fragestellung ein: Was bringt eine Standardisierung der Prozesse. Wer seine Qualität steigern, Produktivität erhöhen, Produktionssicherheit festigen und sich im Wettbewerb behaupten will, komme an der Standardisierung nicht vorbei.
Stefan Steinle, Kodak Creo, zeigte am Beispiel verschiedener Druckereien auf, wie durch eine vernetzte Produktion die Prozesse optimiert und mehr Prozesssicherheit erreicht werden kann. Ziel müsse es bei dem harten Preisdruck und Wettbewerb sein, die Kunden durch maßgeschneiderte Kundendienstleistungen zu halten. Eine Integration des administrativen und technischen Workflows böte dabei entscheidende Vorteile.
Was am Vortag durch Prof. Fleisch als Zukunftsmusik anklang, wurde durch den Vortrag von Klaus Ludwig, PolyIC, über gedruckte RFID-Transponder greifbar. Gedruckte Elektronik stecke, überschlägig betrachtet, zwar noch in den Kinderschuhen, doch sie habe das Potential die Elektronik zu revolutionieren.
Beim Colormanagement führen sprichwörtlich nicht alle Wege nach Rom, so das Ergebnis eines bvdm-Projektes, das Florian Süßl vorstellte. Untersucht wurde das Colormanagement mit den DTP-Applikationen InDesign, QuarkXPress, Illustrator, Photoshop und Acrobat. Einige Programme funktionierten nicht optimal, so die Quintessenz des Vortrages.
Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer per Videokonferenz ein Live-Interview mit Frank Romano aus den USA miterleben. Romano gilt als anerkannter Fachmann der internationalen Druckwelt. Er warnte vor der Billigkonkurrenz aus Russland und Fernost. Druckereien in den USA und den europäischen Ländern müssten ihre Innovationskraft unter Beweis stellen. Es gelte, sich stärker auf den Service rund um den Druck zu konzentrieren. Der Kunde müsse im Mittelpunkt stehen. Nur so könne die führende Stellung westlicher Druck- und Medienunternehmen auch in Zukunft behauptet werden.
IT-gestützte Prozesssteuerung war das Thema von Michael Mittelhaus, anerkannter JDF-Berater. Die Vollvernetzung des gesamten Betriebsablaufes befinde sich trotz vieler Meldungen noch im Anfangsstadium. Wer vernetzen will, müsse das sorgfältig vorbereiten. Auch Mittelhaus unterstrich die Bedeutung IT-gestützter Prozessführung als ein unerlässlicher Entwicklungsschritt, den die Druck- und Medienbetriebe vollziehen müssten.
Ramona Kaden und Jürgen Wagishauser belegten eindrucksvoll, wie rationell über das Web komplexe Printaufträge geplant, gesteuert und abgewickelt werden können. Herzstück ist eine Softwarelösung, die webbasierte Prozesse ermöglicht.
Mit HiFi-Farbendruck oder FM-Rasterung lässt sich nur schwerlich einen Cent mehr erzielen. Aber Drucker zeigen damit, dass sie an der Weiterentwicklung des Offsetprozesses beteiligt sind, was sie wiederum für den Kunden attraktiv macht, berichtete Dieter Raff, Druckerei Raff. Es gäbe noch viel Pro und Contras bei diesen neuen Techniken. Dennoch müssten die Drucker ein Interesse daran haben, den Offsetprozess weiterzuentwickeln.
Olaf Drümmer, callas software, skizzierte zum Abschluss die Entwicklung von PDF/X. Einige neue Features seien in der Bearbeitung, so dass in absehbarer Zeit mit neuen Varianten zu PDF/X zu rechnen ist.
Der print & media Congress hat sich als die zentrale Veranstaltung des Bundesverbandes Druck und Medien fest in der Branche etabliert. Er verbindet Visionen und Zukunftstechnologien mit dem heute Machbaren und bietet so die geeignete Plattform für alle Unternehmer und Führungskräfte, die ihr Geschäft schon heute auf morgen ausrichten möchten. [ Nach oben ]
   
Sponsoren
HEIDELBERGER Druckmaschinen Drupa2008
Mit dabei waren:

Prof. Dr. Elgar Fleisch

Werner Tiki Küstenmacher

Bernhard Schreier

Prof. Peter Wippermann
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